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30
September
Kollegen
In einer Gesellschaft, Gruppe oder Familie zu leben, beansprucht immer wieder Momente der Reflexion.
Schau Dir das Verhalten Deiner Mitmenschen einmal genau an und mache Dir darüber Gedanken. Du wirst schnell Verhaltensmuster erkennen und miteinander verknüpfen können. Menschen sind offene Bücher und investierst Du ein bisschen Zeit in das Lesen, kannst Du viel über die Anderen und Dich selbst lernen. Kollegen Als erstes fällt auf, dass man im Durchschnitt und damit wahrscheinlich auch Du viel Zeit mit Kollegen verbringt, einfach weil Du viel arbeitest. Es gibt die Arschlöcher, die Besserwisser, die Netten, die Schlauen, die Dummen, die Lustigen, die Verrückten, die Ehrgeizigen, die Unnahbaren, die Schwachen und die Unscheinbaren, dann nochmal die Dummen und dann noch die ein, zwei wirklich befreundeten Kollegen. Wozu würdest Du gehören? Wozu gehören Deine befreundeten Kollegen? Wenn Du Deinen unmittelbaren Personenkreis in Stereotypen einteilst, wirst Du zwar dem Einzelnen nie gerecht, aber schon dem Kollektiv. Ausnahmen bestätigen immer die Regel, aber das beantrage ich als allgegenwärtigen Disclaimer. In erste Linie geht es auch nicht darum, ob Du diesen Stereotypen mit der Einteilung Recht tust, sondern darum, die Kollegen zu karikieren. Dies wiederum dient nicht als Zeichen des Disrespekts, sondern hilft Dir dabei, einen Raum zu schaffen, in dem Du Allwissend bist und die Kontrolle über die Realität hast. In kurz: wenn ein Dummer Dummes tut, geschah Dummes, weil ein Dummer Dummes tat. Statt: Kevin hat die Kaffeemaschine kaputtgemacht und sich um keinen Ersatz gekümmert. Resultat: Die Ebene der Persönlichkeit wurde entfernt. Ohne Kevin persönlich anzugreifen, weißt Du demzufolge in Deinem Kopf, dass Leute wie Kevin nun einmal die Kaffeemaschine zerstören und so tun, als sei nichts gewesen. Es ist nichts Persönliches. Kevin wird tiefer in die Schublade Rüpel gesteckt und Dir obliegt nicht, Kevins Persönlichkeit verurteilen zu müssen und somit Professionelles und Persönliches am Arbeitsplatz zu mischen. Er bleibt weiterhin Dein Kollege, Du verstehst, dass seine Verhaltensmuster nicht Deinen genügen und wirst dementsprechend weniger Erwartungen an Kevin stellen. Ob Du eine neue Kaffeemaschine kaufst oder nicht, bleibt Dir überlassen. Aber das wäre ein ganz anderes Thema. Hier geht es darum, dass Du verstehst, dass auch Du Dich sicher machen kannst. Leute in Schubladen haben weniger Macht über Dich. Eine der schlimmsten Schwächen ist, etwas persönlich zu nehmen, was man nicht persönlich nehmen braucht. Oft hast Du die Wahl, ob Du etwas als persönlich gemeint auffassen möchtest oder nicht. Mit allen Kollegen, mit denen Du nicht befreundet bist, solltest Du versuchen, Persönliches und Professionelles zu trennen. Somit machst Du Dich nicht angreifbar. Verunsicherung kommt meistens erst, wenn (unnötigerweise) die Persönlichkeit angegriffen wurde. Lange Rede, alte Laienweisheit: Du darfst Dir auf der Arbeit Deine Kollegen ruhig in Unterwäsche vorstellen, wenn es Dir dadurch leichter fällt, frei, zufrieden und unbelastet zu arbeiten. Dein Leben ist zu kurz und der Alltag zu schwer, als dass Du Mitmenschen die Macht über Dich geben solltest. Kollegen sollten keinen Einfluss darauf haben, ob Du Dich gut oder schlecht fühlst. Frag immer nach konstruktiver Kritik, hab keine Scheu stets dazu zu lernen, aber lass Dich nicht durch etwas verunsichern, wofür Du nichts kannst. Du brauchst nur für Dich und Dein Handeln Verantwortung übernehmen und nichts, was ein Anderer Dir aufbürdet, sei es mit einer Mistgabel oder auf einem Silbertablett. Ich sehe es immer wieder, wie Kollegen, die ich sehr mag und schätze, an sich selbst zweifeln und an ihrer Arbeit. Nicht selten sind das Flöhe, die von anderen Kollegen in ihre Ohren gesteckt wurden. Meistens weise ich darauf hin, dass Wörter auf der Arbeit einem nichts anhaben können: Nimmst Du sie persönlich, ist es Deine Entscheidung. Waren sie persönlich gemeint, dann war es unprofessionell, sie persönlich zu meinen und der böse Kollege disqualifiziert sich von selbst. So oder so: Es gibt keinen Schutz vor Arschlöchern, aber Du hast die Wahl, ob sie Dir verbal etwas anhaben können. Lass Dich nicht unterdrücken. Nimm Dir am Tag einige Minuten Zeit und denk über den Tag nach. Versuch mal zu erkennen, ob es eine Situation gab, in der Du etwas Persönlich genommen hast, was Du genau so gut hättest nicht persönlich nehmen können. Falls ja, dann sei Dir darüber bewusst und stell Dir die Frage, ob Du nicht vielleicht nächstes Mal bei einer ähnlichen Situation eine andere Wahl triffst und beschließt, dass Dir die Worte nichts anhaben können, weil sie von einem Stereotypen kommen und Du sowas nicht persönlich nehmen brauchst!
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